Wochenreview-Template

Das Wochenreview-Template ordnet Fortschritt, Reibung und nächste Schritte.

Geprüft von der Gollius-Redaktion. Redaktionelle Richtlinie

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Das Wochenreview-Template ordnet Fortschritt, Reibung und nächste Schritte.

Zweck

Dieses Template macht aus einer Woche kein Urteil über deinen Charakter. Es sammelt Belege: Was hat funktioniert, wo entstand Reibung, was muss kleiner, klarer oder ehrlicher werden?

Das Review passt zur Methode Wochenreview und zu Gollius Grundlagen, weil Transformation nicht nur aus Planen, sondern aus Rückkehr und Anpassung besteht.

Eingaben

Nimm dir 15 bis 25 Minuten und sammle:

  • Kalender oder grobe Erinnerung an die Woche;
  • eine laufende Gewohnheit, ein Ziel oder ein Projekt;
  • drei sichtbare Belege für Fortschritt;
  • drei Reibungspunkte;
  • eine Entscheidung für die kommende Woche.

So verwendest du es

  1. Beginne mit Beobachtung, nicht mit Bewertung.
  2. Schreibe zuerst, was tatsächlich passiert ist.
  3. Trenne Energie, Umgebung, Planung und Verhalten. Nicht alles ist Willenskraft.
  4. Wähle höchstens drei Anpassungen für die nächste Woche.
  5. Formuliere eine davon als konkrete nächste Handlung.
  6. Beende das Review mit einer Stoppregel: Was lässt du bewusst weg?

Review-Karte

Woche vom: [Datum] bis [Datum]
Was gut funktioniert hat: [3 Belege]
Wo Reibung entstand: [3 Beobachtungen]
Was ich gelernt habe: [1-3 Sätze]
Was kleiner werden muss: [eine Sache]
Was gleich bleiben soll: [eine Sache]
Nächste Handlung: [konkreter Schritt unter 20 Minuten]
Stoppregel: [was ich diese Woche nicht zusätzlich starte]
Review-Termin: [Datum]

Der funktionale Output ist eine Wochenkarte, keine lange Selbstanalyse. Sie sollte so klar sein, dass du am Montag weißt, was beginnt, was entfällt und woran du am Ende der Woche prüfst.

Beispiel für ein ausgefülltes Review

Woche vom: 6. bis 12. April
Was gut funktioniert hat: zwei Spaziergänge, eine früh geklärte Aufgabe, weniger Scrollen vor dem Schlafen.
Wo Reibung entstand: Montag zu viele offene Tabs, Mittwoch kein Mittagessen geplant, Freitag zu spätes Beginnen.
Was ich gelernt habe: Fokus bricht nicht zuerst an Motivation, sondern an zu vielen offenen Eingängen.
Was kleiner werden muss: Morgenplanung.
Was gleich bleiben soll: Spaziergang direkt nach der Arbeit.
Nächste Handlung: Montag 8:30 Uhr drei wichtigste Dateien öffnen, alle anderen Tabs schließen.
Stoppregel: Kein neues Selbstoptimierungsprojekt diese Woche.
Review-Termin: Freitag 15:30 Uhr.

Das Beispiel ist nicht spektakulär, aber brauchbar. Es enthält Belege, Reibung, eine Einsicht, eine nächste Handlung und eine Stoppregel.

Häufige Fehler

Der erste Fehler ist ein Review als Gerichtsverhandlung. Besser ist die Frage: Welche Bedingungen haben Verhalten leichter oder schwerer gemacht?

Der zweite Fehler ist zu viel Planung. Wenn aus einem Review zehn neue Regeln entstehen, ist die nächste Woche schon überladen.

Der dritte Fehler ist fehlender Beleg. "Es lief schlecht" ist zu grob. "Ich habe an drei Tagen nach 22 Uhr noch gearbeitet" ist nützlich.

Der vierte Fehler ist ein Review ohne Kalenderkontakt. Eine nächste Handlung braucht einen Ort oder Zeitpunkt. Sonst bleibt sie ein guter Satz.

Wenn das Review nicht funktioniert

Wenn du das Review vermeidest, ist es wahrscheinlich zu lang oder zu streng. Kürze es auf drei Fragen:

  • Was hat diese Woche sichtbar funktioniert?
  • Was war die größte Reibung?
  • Was ist der kleinste nächste Schritt?

Wenn du jedes Mal dieselben Probleme notierst, suche nicht nach härteren Vorsätzen. Suche nach einem Systemfehler: zu wenig Puffer, unklare Zuständigkeit, zu viele parallele Ziele oder fehlende Erholung.

Wenn das Review dich beschämt, ändere die Sprache. Schreibe "Bedingung" statt "Ausrede", "Anpassung" statt "Versagen", "Rückkehr" statt "Neustart". Die Wörter sollen Handlung ermöglichen, nicht Selbstangriff.

Rhythmus und Ort

Ein Wochenreview funktioniert am besten, wenn es einen festen Platz hat: Freitag nach der Arbeit, Sonntagabend oder Montagmorgen vor dem Start.

Bewahre die Karten gesammelt auf, aber lies nicht jede alte Karte ständig neu. Ein kurzer Blick auf die letzten zwei Wochen reicht oft, um Muster zu sehen.

Lege nach dem Review direkt einen sichtbaren Folgepunkt fest. Das kann ein Kalendereintrag, eine vorbereitete Datei, ein Zettel am Arbeitsplatz oder eine kurze Nachricht an eine beteiligte Person sein. Ohne solchen Anker bleibt das Review leicht ein sauberer Rückblick ohne Wirkung. Gute Folgepunkte sind klein: Montag die erste Aufgabe aufschreiben, Dienstag eine Rückfrage stellen, Mittwoch die Mittagspause blocken, Freitag zehn Minuten früher schließen. Wenn du im Review drei Anpassungen notierst, markiere eine davon als Pflichtversuch und zwei als optional. So wird die kommende Woche nicht mit Verbesserungswünschen überladen.

Verbindung zu anderen Tools

Aus dem Review entsteht oft ein neuer Gewohnheiten-Planer oder ein Wenn-dann-Plan. Wenn Reibung immer an derselben Stelle auftaucht, brauchst du vielleicht keine neue Motivation, sondern ein besseres Startsignal. Wenn eine Entscheidung unklar bleibt, gehört sie in den Entscheidungskompass. Wenn ein Wert wiederholt verletzt wird, lohnt sich der Werte-Finder.

Datenschutz und passende Nutzung

Notiere keine vertraulichen Daten, Kundennamen, Diagnosen, privaten Konfliktdetails, Kontoinformationen oder sensible Informationen über andere Personen. Wenn das Review Arbeit, Gesundheit, Geld oder Beziehungen berührt, schreibe allgemeiner und bewahre die Notiz lokal oder auf Papier auf. Bei akuter Krise, Gewalt, Selbstgefährdung oder starker Belastung ist ein Wochenreview nicht der passende erste Schritt.

Grenze

Ein Review soll Lernen erleichtern, nicht Schuld produzieren. Wenn du nach dem Ausfüllen härter, beschämter oder hektischer wirst, ist das Template zu breit oder zu streng. Dann reicht eine einzige Frage: Was ist der kleinste ehrliche nächste Schritt?

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