Wenn du jetzt Suizidgedanken oder Gedanken an schwere Verletzungen in die Tat umsetzen könntest, eine andere Person unmittelbar gefährdet ist oder eine mögliche Überdosierung beziehungsweise ein anderer medizinischer Notfall vorliegt, rufe sofort den Notdienst. In der Europäischen Union erreichst du den kostenlosen Notruf 112 vom Festnetz und vom Mobiltelefon.
Gollius.com kann keinen Notruf auslösen, dich nicht orten und deine Sicherheit nicht überwachen. Du musst nicht alles erklären können, bevor du Hilfe holst.
Bei unmittelbarer Gefahr jetzt handeln
Unmittelbare Gefahr besteht, wenn du oder eine andere Person jetzt handeln könnte, nicht sicher bleiben kann oder akut durch Gewalt, eine vermutete Überdosierung oder eine schwere Verletzung bedroht ist.
Wähle den kürzesten Weg zu menschlicher Hilfe:
- Rufe die örtliche Notrufnummer an und nenne den Ort sowie das aktuelle Geschehen.
- Bitte eine andere Person, während des Anrufs bei dir zu bleiben, sofern das sicher möglich ist.
- Lasse eine akut suizidgefährdete Person nicht allein, während Hilfe organisiert wird.
- Verringere den Zugang zu einem wahrscheinlichen Mittel der Selbstverletzung nur, wenn dadurch niemand zusätzlich gefährdet wird.
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt bei unmittelbarer Gefahr, den Notdienst oder eine Krisenhotline zu kontaktieren und die gefährdete Person nicht allein zu lassen.
Ein Satz genügt für den Anfang: „Ich bin möglicherweise nicht sicher. Ich brauche dringend Hilfe an diesem Ort.“ Wenn Sprechen schwerfällt, zeige oder sende diesen Satz einer vertrauten Person, die mit dir anrufen kann.
Dringende Unterstützung ohne unmittelbare Gefahr
Suizidgedanken oder Gedanken an Selbstverletzung verdienen auch ohne unmittelbaren Plan schnelle menschliche Unterstützung. Kontaktiere einen Krisendienst, eine qualifizierte Fachperson oder eine vertraute Person und sage klar, was du erlebst. Wird die Gefahr unmittelbar, wechsle zum Notruf.
Eine Übung zur Persönlichkeitsentwicklung ist kein Test dafür, ob du eine Krise allein bewältigen kannst. Der nächste sinnvolle Schritt ist der Kontakt zu einer Person, die zuhören, die Sicherheit mit dir klären und lokale Hilfe vermitteln kann.
Den richtigen Dienst für das Land wählen
Die Nummern sind länderspezifisch. Nutze den Dienst für das Land, in dem sich die gefährdete Person gerade befindet.
Deutschland
- Unmittelbare Gefahr: 112.
- Krisengespräch: TelefonSeelsorge unter 0800 1110111 oder 0800 1110222. Die Nummern stehen auf der offiziellen Seite zum KrisenKompass.
Österreich
- Unmittelbare Gefahr: Rettung 144; bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung nennt das österreichische Gesundheitsportal auch die Polizei unter 133.
- Krisengespräch: Telefonseelsorge 142, österreichweit rund um die Uhr.
Die Angaben stammen vom offiziellen Gesundheitsportal Österreich.
Schweiz und Liechtenstein
- Krisengespräch: Die Dargebotene Hand unter 143, vertraulich und rund um die Uhr. Englischsprachige Unterstützung ist unter 0800 143 000 verfügbar. Siehe Kontaktinformationen von 143.
- Das Bundesamt für Gesundheit verweist für Erwachsene auf 143 und für Kinder und Jugendliche auf 147.
- Unmittelbare Gefahr: den örtlichen Notdienst anrufen.
In einem anderen Land nutze die offizielle Notrufnummer oder den nationalen Krisendienst vor Ort. Gehe nicht davon aus, dass eine Nummer aus einem Nachbarland lokale Hilfe vermitteln kann.
Wenn du eine andere Person begleitest
Frage ruhig und direkt: „Denkst du an Suizid?“ Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation löst diese Frage keine Suizidgedanken aus und ermutigt nicht zur Tat.
Danach:
- höre zu, ohne zu diskutieren, zu beschämen oder das ganze Leben der Person lösen zu wollen;
- bleibe präsent und nimm die Antwort ernst;
- rufe bei unmittelbarer Gefahr den Notdienst;
- hilf beim Kontakt zu einem offiziellen Krisendienst oder einer qualifizierten Fachperson;
- frage nach dem ersten Kontakt erneut nach, statt anzunehmen, ein einziges Gespräch habe das Risiko beendet.
Das National Institute of Mental Health fasst die Schritte als direktes Fragen, Dasein, Unterstützung bei der Sicherheit, Vermittlung von Hilfe und Nachfragen zusammen.
Wenn deine eigene Sicherheit bedroht ist, bringe dich in Sicherheit und rufe den Notdienst. Hilfe zu leisten bedeutet nicht, körperlich in eine gewalttätige oder gefährliche Situation einzugreifen.
Nachdem dringende Hilfe erreicht wurde
Folge den Anweisungen des Notdienstes oder der Krisenfachkraft. Wenn die unmittelbare Gefahr vorbei ist, frage den kontaktierten Dienst, welche Nachsorge angemessen ist, und kläre, wen die betroffene Person bei erneutem Risiko anrufen kann.
Es geht nicht um eine perfekte Erklärung. Entscheidend ist, unmittelbare Gefahr mit dem Notdienst und dringende Belastung mit einem erreichbaren Menschen im richtigen Land zu verbinden.